Erste Hürde im autonomen Fahren ist genommen

Die Wiener Übereinkommen der vereinten Nationen über Strassenverkehr von 1968 schrieb bis vor kurzem vor, das ein Fahrer sein Fahrzeug ständig beherrschen muss. Dadurch musste der Fahrer immer vollkonzentriet am Verkehrsgeschehen teilnehmen. Autonome Fahrzeuge, die selbstständig fahren können und weite Strecken auf öffentlichen Strassen zurücklegen können, konnten bis jetzt nur im US-Bundesstaat Neveda zugelassen werden. Treibenden Kräft dahinter waren die Grosskonzerne Apple und Google.

Der M235i umrundete beispielsweise dem Las Vegas Motor Speedway völlig autonom und ohne Zutun des Fahrers. Das System erlaubt es sogar im völlig kontrollierten Drift eine Kurve zu fahren. Sehen Sie selbst

Neu wird ist der Abschnitt im Wiener Übereinkommen gelockert worden. Der Fahrer muss neu nur noch jederzeit in Fahrgeschehen eingreifen können. Damit ist eine wichtige Hürde genommen, dass autonome Fahrzeug in Zukunft zugelassen werden können. Ein reiner Chauffeurbetrieb bei dem der eventuelle führerscheinlose Fahrer auf der Rückbank sitzt ist nach wie vor nicht möglich.
Bis zur endgültigen Zulassung sind aber noch wichtige rechtliche Fragen zu klären.

Problem Lenkung

Heutige Assistenzsystem die in die Lenkung eingreifen können, sind in ihren Möglichkeiten eingeschränkt und sollen nur helfen Gefahrsituation sicher zu überwinden. Zudem muss immer noch eine rein mechanische Verbindung zwischen Fahrer und Räder bestehen. Die Betätigung der Lenkung erfolgt im vollautonomen Fahrbetrieb rein elektrisch. Ein solche Art von reinelektrischer Lenkung ist nach dem heutigen Stand der Bauartrichtlinen über Lenksystem nicht zulassungsfähig. Im Falle eines Systemausfall ist das Fahrzeug nicht mehr sicher beherrschbar.Im Notfall könnte zwar der Fahrer auf das Lenkrad eingreifen, im Normalfall wird aber die Lenkarbeit rein elektrisch übertragen.

Unfallflucht

Unfallflucht ist verboten, da damit Unfallbestände und Identitäten verwischt werden können. Führt nun ein autonomes Fahrzeug ein Fahrmanöver aus, das einen Unfall verursacht. Die Systeme erkennen den Vorgang aber nicht als Unfall und entfernt sich vom Unfallort ohne weiteres Zutun. Wer ist nun für den nicht bemerkten Unfall verantwortlich? Ein technisches Systemversagen ist aber nach gängiger Prozessauslegung mit sehr hohen Aufwänden und nur sehr schwer beweisbar. Es muss geklärt werden, welche Schnittstellen und Daten offen zur Klärung eines Unfalls zur Verfügung stehen müssen.

Der gleiche Sachverhalt gilt auch im Zeugenfall. Für die Anerkennung der Kameras als menschliches Auge wäre eine technische Auflösung 6720×1920 notwendig, dies sind ca.20MP Das ist ein Mehrfaches der HD Auflösung bei moderen Fernsehgeräten. Entsprechend fallen sehr hohe Datenbestände an.

Haftung

Der Halter und Führer eines Fahrzeug haften gleichermassen für einen entstandenen Schaden  in einem Unfall. Im autonomen Fahrzeug kann der Schaden jedoch auch vom Fahrzeug selbst verursacht werden. Der Fahrzeugführer hat dabei die Möglichkeit den Nachweis zu führen, dass das autonome System denn Schaden verursacht hat. Gelingt im dies nicht, so wird er auf dem Schaden sitzen bleiben. Dies dürfte jedoch sehr schwer zu beweisen sein.

Dabei kann in vielen Fällen davon ausgegangen werden, das der Fahrzeughalter/ -führer auf dem entstandenen Schäden sitzen bleiben werden.